FreiSein durch Friedensinitiativen
Krieg ist aktuell leider in aller Munde. Am Anfang von Wim Wenders „Himmel über Berlin“ heißt es eindrücklich: „…aber noch niemandem ist es gelungen, ein Epos des Friedens anzustimmen. Was ist denn ein Frieden, das er nicht auf die Dauer begeistert, und daß sich von ihm kaum erzählen läßt?“
Im Moment versteigt man sich wieder einmal dazu, als die einzig sichere Garantie für den Frieden eben jene zu sehen, auf Krieg vorbereitet zu sein und sich entsprechend zu bewaffnen, also aufzurüsten. Es ist daher dringend notwendig, dieser pessimistischen Sichtweise etwas entgegen zu setzen, also dem Frieden das Wort zu reden, denn wenn Dystopien wahr werden können, dann müssen es Vision, wenn nicht sogar Utopien, ebenfalls.
An dieser Stelle wollen wir ein paar aktuelle Friedensinitiativen vorstellen:
European Peace Project am 9.5.25
Ulrike Guérot ist eine der Initiatoren eines für 9. Mai dieses Jahres für 17 Uhr angesetzten europäischen Friedensprojektes. Daran kann sich jeder aktiv beteiligen und seine Partizipation auch auf einer interaktiven Karte eintragen lassen. Auf diese Weise soll Europa mit unzähligen Friedenstauben übersät werden. Die Teilnehmer werden aufgefordert, pünktlich zur vereinbarten Stunde auf die für sie passende Weise an die Öffentlichkeit zu treten und entweder ein auf der diesbezüglichen Website abrufbares Friedensmaifest zu verlesen oder eine Deklaration in eigenen Worten kund zu tun. Letztere kann auf Wunsch auch auf der Homepage des Projekts veröffentlicht werden.
Medienprojekt „Die Friedenstaube“
Seit drei Wochen ist das laut ihrem Gründer Milosz Matuschek „einzigartige, dezentrale und unzensierbare neue Organ der Friedensbewegung“, die „Friedenstaube“ im Testmodus online. Mit dem Projekt will Matuschek den Kriegstreibern einen Strich durch die Rechnung machen. Der Gründer im O-Ton: „Wir wollen aufklären und informieren: über Diplomatie und Strategien für den Frieden; über Lügen, Propaganda und Manipulation; über Verschwendung, Völkerrechtsbrüche und Kriegsverbrechen. Wir nehmen kein Blatt vor den Mund, egal ob hybride Kriegsführung, kognitive Kriegsführung oder sonstige neuartige Methoden der Kriegsführung. Wir wollen die Friedenswilligen vereinen und der Friedensbewegung eine starke Stimme verleihen, quer durch alle Lager. Wer auch immer jetzt das Lied vom Tod anstimmt, wird es unter den kritischen Augen der Öffentlichkeit machen müssen.“ Unter den Autoren des Mediums befinden sich u.a. Dr. Ulrike Guérot, Mathias Bröckers, Dr. Daniele Ganser, Tom-Oliver Regenauer und Prof. Dr. Michael Meyen.
Unsere ZeitenWende-Friedensaktion für jedermann
Auch Unsere ZeitenWende möchte zu den Initiativen beitragen. Wir hatten dabei plötzlich ein Lied in Erinnerung, das schon 1969 veröffentlicht wurde. John Lennon und Yoko Ono haben es während eines ihrer legendären „Bed-Ins“ zur Promotion ihrer „Kampagne für den Frieden“ spontan erstmals intoniert. Damit war ein Welthit geboren, der zur erste Solosingle eines Bandmitglieds der Beatles führte. Der Song war mit bloß zwei Akkorden bewusst einfach gehalten, damit jeder mitsingen konnte; der Refrain transportiert die Hauptaussage, die Strophen sind geprägt durch eine Aneinanderreihung von zum Teil unsinnigen Reimwörtern, was dem Charme des Liedes aber keinen Abbruch tut.
Angesprochen auf den Zweck seiner Proteste soll Lennon Folgendes gesagt haben: „Alles, was wir sagen, ist: Gebt dem Frieden eine Chance.“ Hinter diesen Worten verbirgt sich keinerlei Mission oder Ideologie, sondern die einfache Aufforderung, dem Frieden nicht von Haus aus eine Lebensberechtigung abzusprechen, wie es eben auch 1969, als der Titel aufgenommen wurde, in politischen und gesellschaftlichen Kreisen oft der Fall war.
Da wir heute wieder in einer vergleichbaren Situation sind, wollen wir alle Friedensliebenden dazu anregen, zumindest einmal täglich Lennons Friedenssong – nicht nur unter der Dusche – in die Welt zu singen. Idealerweise trägt man ihn sogar den ganzen Tag auf den Lippen, um ihn jederzeit gegen das Kriegsgedöns hinausposaunen zu können.
Unsere ZeitenWende-Friedensaktion vom November 2024
Erinnern möchten wir auch noch an die immer noch aktuelle, von Unsere ZeitenWende gestartete Friedensaktion unter dem Motto „Nein, meine Kinder geb’ ich nicht“, inspiriert durch das Lied „Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht“ von Reinhard Mey. Dabei geht es darum, verantwortlichen Politikern einen Brief oder ein E-Mail zu schreiben, in dem man die Sorge um die Zukunft der Kinder und unser Land zum Ausdruck bringt und der allgemeinen Kriegstreiberei eine Absage erteilt. Niemals wieder dürfen Kinder durch einen möglichen Krieg ihr Leben verlieren, ob als zivile Opfer oder als Soldaten am Schlachtfeld.
Bildcredit: https://europeanpeaceproject.eu/